Von Jaron Lanier ins Leben gerufen, wurde die Analogie des "Technofeudalismus" unter anderem vom Sicherheitsexperten Bruce Schneier und vom ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis aufgegriffen, um zu beschreiben, wie Big-Tech unsere Abhängigkeit ausnutzt, um sich ihren Zehnten zu sichern, während wir die eigentliche Arbeit verrichten. Das "partizipatorische" Internet, das noch in den 90ern versprochen wurde, wurde durch die ungleich verteilten Möglichkeiten des Cloud-Computings zurück ins Mittelalter fehlgeleitet. Heute sind die Online-Marktplätze im Zentrum der Gesellschaften angekommen und kaum daraus wegzudenken. Angeboten werden dort Waren, Dienstleistungen und Rechenleistungen – eingebettet in die vorgegebenen Logiken der Plattformen, die ihrerseits an den eigentlichen Leistungen keinen Anteil haben und dennoch zu den wertvollsten Unternehmen der Menschheitsgeschichte aufgestiegen sind. Dieses scheinbar leistungsfreie Einkommen, so wird argumentiert, käme einer Feudalrente gleich – und dieser Erkenntnis nach sei das selbstbestimmte Internet, wenn nicht schon tot, dann doch mindestens existenziell bedroht.
Es stellt sich jedoch die Frage, wohin diese Art der Betrachtung des Geschehens führt: Bietet sie Erkenntnisse, die einen selbstbestimmten Umgang mit diesen neuen (alten) Feudalverhältnissen ermöglichen oder verdeckt sie hingegen den Blick auf die wahren Verhältnisse? Während wir abgelenkt sind, handelt es sich doch nur um schnöde Kapitalisten in neuem Gewand?
In unserem Diskussionsformat Arbitrary Bytes im CCCC (kurz: ABCCCC) möchten wir diesen Fragen gemeinsam mit euch nachgehen und unsere diversen Realitäten etwas abgleichen. Als Feature in der heutigen Zeit mit garantiert echten Menschen im Meat-Space, von Angesicht zu Angesicht, am Donnerstag, den 16. Juli um 20 Uhr im C4 in der Heliosstraße 6a in Köln Ehrenfeld.